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Urlaub in Griechenland – Teil 7 – Hydra

Späte Nachmittagssonne in der Hafenbucht der Insel Hydra (Saronische Inseln, Griechenland, September 2020)

Späte Nachmittagssonne in der Hafenbucht der Insel Hydra (Saronische Inseln, Griechenland, September 2020).


Hydra – Ein neues Ufer

Urlaub in Griechenland: Von Athen zu den Saronischen Inseln. Nachdem ich zuerst Ägina und dann Poros besucht habe, fahre ich heute weiter nach Hydra. Schon die Einfahrt unserer Fähre in die Hafenbucht vis-à-vis der Altstadt spielt sich irgendwie „majestätisch“ ab. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel, muss natürlich einer der umliegenden Hügel erklommen und der nächstgelegene Strand besucht werden. Mal sehen ob die Insel dem Ruf nachkommt, der ihr vorauseilt …

  • Ankunft in der Hafenbucht der Insel Hydra. Es ist erst mittags und deshalb ruhig. (Hydra, Griechenland, September 2020)
  • Ankunft in der Hafenbucht der Insel Hydra. Es ist erst mittags und deshalb ruhig. (Hydra, Griechenland, September 2020)

Ankunft in der Hafenbucht der Insel Hydra. Es ist erst mittags und deshalb ruhig. (Hydra, Griechenland, September 2020)

Wer mehr zu meinem Aufenthalt auf Poros lesen möchte, erfährt hier und hier mehr dazu. Auch über meine Zeit auf Ägina gibt es viel zu lesen: Hier erfahrt ihr alles zur Anreise, hier zu meiner Sightseeing-Tour und hier zu meinem Relax-Tag.

Der Blick aus den Gassen am Stadthügel enthüllt stückweise die Hafenbucht und die dahinterliegende Altstadt von Hydra
(Hydra, Griechenland, September 2020).

Hydra – nur Karg & salzig?

Eine Geschichte von Flucht, Seehandel, Schiffbau und Baumschwund …

Erste Siedlungsspuren weisen darauf hin, dass Jäger und Fischer bereits im Neolithikum, der sog. Jungsteinzeit, nach Hydra kamen. Die Besiedlung der Insel begann jedoch erst ein paar Tausend Jahre später, um ca. 1300 v. Chr. in der mykenischen Zeit.

Um 1500 n. Chr. wurde die Insel neu besiedelt. Damals gehörte Griechenland zum Byzantinischen Reich. Als dieses 1453 an das Osmanische Reich fiel, standen die Griechen fast 400 Jahre lang unter osmanischer Herrschaft. Dennoch bewahrten sie in dieser Zeit ihre Sprache, Religion und Identität als Volk Griechenlands. Um den damaligen Verfolgungen und Steuern der Türken zu entgehen, flohen die Einwohner der Peloponnes nach Hydra. Die meisten Menschen stammten aus dem heutigen Staatsgebiet Süd-Albaniens. Da das Hinterland damals bereits ausgetrocknet war, ließen sie sich an der Küste der Insel nieder. Sie spezialisierten sich auf Schiffbau und Handel, wodurch sie zu hervorragenden Seeleuten wurden. Bis 1821 war die Insel sehr wohlhabend geworden. Mit 3500 Einwohnern und einer Flotte von 130 Kriegsschiffen hatte Hydra eine wichtige Stellung im Befreiungskrieg gegen die Türken. Seeleute und Admirale aus Hydra, wie Lazaros Kountouriotis und Andreas Miaoulis kamen im Krieg ums Leben.

Das Osmanische Reich im 15. Jhd.: Nicht nur Griechenland stand seit 1451 unter türkischer Herrschaft (dunkelgrau gefärbt)
(Bild von Clker-Free-Vector-Images, pixabay.de)

Seinerzeit stammten zwei Drittel der Schiffe der gesamten griechischen Flotte aus Hydra. Dafür wurde ein Großteil der Bäume abgeholzt, so dass die Insel karg wurde. Ein Feuer vernichtete in den 1990er Jahren weitere Bäume.

Fact-sheet: Basics zu Hydra

Hydra (oder Ydra, griech. Ύδρα) gehört zur Gruppe der Saronischen Inseln und liegt ca. 90 km südwestlich von Athen. Als die Insel noch sehr wasserreich war, erhielt sie ihren Namen. Hydra ist ca. 20 km lang, 4 km breit, sehr karg und gebirgig. Daher ist die Landwirtschaft auf der Insel als Einkommensquelle für die ansässige Bevölkerung weitgehend unbedeutend geworden. Stattdessen stellen der Tourismus, das Fischereigewerbe sowie das Kunsthandwerk die wichtigsten Einnahmequellen dar. Während der Norden der Insel teilweise bebaut ist, sind der Osten und der Süden annähernd unbesiedelt.

  • Der Weg durch die Gassen am Hang des Stadthügels ist steil - Hier möchte ich meine Einkäufe nicht hinauftragen müssen! (Hydra, Griechenland, September 2020)
  • Der Weg durch die Gassen am Hang des Stadthügels ist steil - Hier möchte ich meine Einkäufe nicht hinauftragen müssen! (Hydra, Griechenland, September 2020)
  • Der Weg durch die Gassen am Hang des Stadthügels ist steil - Hier möchte ich meine Einkäufe nicht hinauftragen müssen! (Hydra, Griechenland, September 2020)
  • Der Weg durch die Gassen am Hang des Stadthügels ist steil - Hier möchte ich meine Einkäufe nicht hinauftragen müssen! (Hydra, Griechenland, September 2020)
  • Der Weg durch die Gassen am Hang des Stadthügels ist steil - Hier möchte ich meine Einkäufe nicht hinauftragen müssen! (Hydra, Griechenland, September 2020)
  • Der Weg durch die Gassen am Hang des Stadthügels ist steil - Hier möchte ich meine Einkäufe nicht hinauftragen müssen! (Hydra, Griechenland, September 2020)

Der Weg durch die Gassen am Hang des Stadthügels ist steil – Hier möchte ich meine Einkäufe nicht hinauftragen müssen! (Hydra, Griechenland, September 2020)

Wasser für Hydra: Aber bitte ohne Salz!

Bis August 2014 war die Versorgung mit Trinkwasser aufwändig, denn es musste jeden Tag Trinkwasser per Schiff geliefert werden. Dabei waren die Kosten hoch und die Wasserqualität minderwertig. Dann wurde durch das private Unternehmen TEMAK in der Nähe des Ortes Mandraki eine Entsalzungsanlage errichtet, die Hydra seitdem mit 1600 Kubikmeter Trinkwasser versorgt.

Exkurs: Wie funktioniert eine Entsalzungsanlage ?

In der Umkehrosmose (engl. reverse osmosis) wird das Meerwasser einem Druck ausgesetzt, der größer als der osmotische Druck ist. Dabei wird das Wasser durch eine semi-permeable Membran aus Polyamid mit einem Porendurchmesser von 0,5 bis 5 nm gepresst. Diese bewirkt, ähnlich einem Filter, nur die Durchlässigkeit für bestimmte Ionen und Moleküle. Durch die Membran bleiben ein Großteil der Salze, Bakterien, Viren, ein Überangebot an Kalk und Schwermetalle im Salzwasser zurück. Je nach Membran gelangen etwa 500 mg Salz/l ins gewonnene Süßwasser, das mit UV-Strahlung oder Chlor nachbehandelt wird.

Meersalz: Auch auf Hydra muss das Meerwasser mit einer Entsalzungsanlage zu Trinkwasser aufbereitet werden 
(Bild von Ri_Ya auf pixabay.de)
Mehr als nur eine Prise Salz: Auch auf Hydra muss das Meerwasser mit einer Entsalzungsanlage zu Trinkwasser aufbereitet werden
(Bild von Ri_Ya auf pixabay.de)

Entsalzung – nicht unproblematisch!

Die Entsorgung des bei der Entsalzung anfallenden Salzwasserkonzentrats (engl. ‚Brine‘) ins Meer, oder über Flächen versprüht, ist eines der Probleme des Verfahrens. Da der osmotische Druck proportional zur Salzkonzentration zunimmt, muss die sog. Brine kontinuierlich abgeführt werden, da ansonsten der Energieaufwand zu hoch wird. Außerdem kann das Auskristallisieren (Präzipitation) von Salz und Mineralen zum Verstopfen der Membran führen. Mit Sicherheit jedoch zu ihrem Verschleiß, weshalb ihre Einsatzdauer 2 bis 7 Jahre beträgt. Zudem können über die Zeit Bakterienbeläge entstehen, die, wie bei der Präzipitation einen unangenehmen Geruch und Geschmack im Wasser hinterlassen. Um die Lebensdauer der Membranen zu verlängern werden daher regelmäßig Rückspülungen der Membran durchgeführt und dem Wasser Chemikalien zugesetzt.

Hydra – die Stadt

Meine erste Amtshandlung nach dem Check-in ist ein Rundgang durch die (Alt-)Stadt. So wie mein Weg, ergeben sich auch die Etappenziele von selbst. Bevor ich es merke, stehe ich im Innenhof der orthodoxen KircheDormition of the Mother of Lord Hydra Orthodox Cathedral Church‚.

Mein erstes spontanes Ziel nach dem Check-in ist die Kirche ‚Dormition of the Mother of Lord Hydra Orthodox Cathedral Church‚ in der Stadt von Hydra (Hydra, Griechenland, September 2020).

Hydra hoch 2: Rauf auf den Stadthügel

Ohne eine nächstes Ziel lief ich am Hafen entlang und bog irgendwo auf der Höhe des Annex in eine der schmalen Gassen ab, die hügelaufwärts verliefen. Wer serpentinenartig den Hügel hochläuft, kommt an einer Reihe von Villen vorbei und Anwesen, die ein wenig an Burgen erinnern. Hoch über den alten Gemäuern findet man sich auf dem Hügelplateau (nennt sich Saint Athanasios Chapel auf google maps) wieder. Von hier aus bietet sich eine 360°-Aussicht über die Insel (natürlich in HD).

Was hier bereits sehr hoch aussieht, geht tatsächlich noch höher, wie die umliegenden Hügel zeigen (Hydra, Griechenland, September 2020).

Beim Abstieg liegen Sophia’s Windmühle sowie die Kirche Agios Antonios (Εκκλησία ΑΓΙΟΣ ΑΝΤΩΝΙΟΣ) auf meinem Weg.

Ein Panorama und zugleich mein Fußweg zurück nach unten in die Stadt - Hydra kann holprig sein ... (Hydra, Griechenland, September 2020).
Ein Panorama und zugleich mein Fußweg zurück nach unten in die Stadt – Hydra kann holprig sein … (Hydra, Griechenland, September 2020).

Bergauf, bergab auf Hydra

Dem gemütlichen Aufstiegt folgte ein steiler Abstieg auf der anderen Seite des Hügels. Weil dort leider kein klar erkennbarer Weg auffindbar war, bin ich den Hang hinunter geklettert. Ein bisschen MacGyver-Feeling darf auch im Urlaub auf einer sonnig-idyllischen Insel im Mittelmeer nicht fehlen. Und wichtig ist ja nicht WIE man unten ankommt, sondern DASS man wieder unten ankommt.

Schließlich unten angekommen, komme ich auf meinem Weg zurück zum Hafen und zur Altstadt am Avlaki Strand (Παραλία Αυλάκι) vorbei. „Strand“ ist vielleicht zu viel gesagt, „Bucht“ trifft es etwas besser. Hier wird noch gebadet und sich gesonnt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafens beobachte ich die ausfahrenden Fähren und Boote.

  • Späte Nachmittagssonne in der Hafenbucht der Insel Hydra (Saronische Inseln, Griechenland, September 2020)
  • Was für ein Flair! - Sonnenuntergang am späten Nachmittag in der Hafenbucht von Hydra (Hydra, Griechenland, September 2020).
  • Späte Nachmittagssonne in der Hafenbucht der Insel Hydra (Saronische Inseln, Griechenland, September 2020)
  • Späte Nachmittagssonne in der Hafenbucht der Insel Hydra (Saronische Inseln, Griechenland, September 2020)
  • Was für ein Flair! - Sonnenuntergang am späten Nachmittag in der Hafenbucht von Hydra (Hydra, Griechenland, September 2020).
  • Was für ein Flair! - Sonnenuntergang am späten Nachmittag in der Hafenbucht von Hydra (Hydra, Griechenland, September 2020).

Was für ein Flair! – Sonnenuntergang am späten Nachmittag in der Hafenbucht von Hydra (Hydra, Griechenland, September 2020).

Ausblick – Fortsetzung folgt …

Auch wenn wir heute schon viel gesehen und erfahren haben, war das noch lange nicht alles, was es zur Insel Hydra zu erzählen gibt! Noch gibt es viele ungeklärte Fragen zur Insel. Oder sind euch nicht auch die Esel aufgefallen? Warum sieht man hier kein einziges Auto weit und breit? Und was hat es mit dem Propheten auf dem Berg auf sich? Dies und noch einiges mehr erfahrt ihr im nächsten Beitrag zu Hydra!


Quellen:

  • hydra.gr: Geschichte zur Insel Hydra nach Epochen
  • ekathimerini.com: New Hydra desalination unit to serve as blueprint, International New York Times – Kathimerini English Edition, 25.08.2014.
  • temak.gr: Überblick zum Meerwasserentsalzungsverfahrens der Umkehrosmose, Homepage des Unternehmens TEMAK, aufgerufen am 25.07.2021.
  • hydrology.uni-kiel.de: Meerwasserentsalzung, Fachabteilung für Hydrologie und Wasserwirtschaft, Christian-Albrechts-Universität Kiel, Seminar Wasserwirtschaft WS 04/05, Inga Frerk, 01.03.2005.
  • wasser-wissen.de: Beschreibung der Umkehrosmose, Abwasserlexikon, aufgerufen am 25.07.2021.
  • flexikon.doccheck.com: Erklärung des Begriffserklärung zum Osmotischen Druck, aufgerufen am 25.07.2021.
  • hydrogroup.de: Produkthandbuch ‚Membrantechnologie – Grundlagen/Verfahren‘, S. 3, RWT GmbH, Oktober 2012, aufgerufen am 25.07.2021.

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