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Wer ist ‚Gaia‘?


Aller Ursprung ist das Chaos

Gaia. Ein klangvolles Wort für die Verkörperung der Erde in einer Frau. Und eine Figur aus der griechischen Mythologie. Dort wird sie als Urgottheit und Mutter Erde beschrieben. Vor ihr war lediglich das Chaos. Als solche ist sie eine der ersten Gottheiten. Da ich ein „Mythologie-Nerd“ bin, nehmen wir die dazu existierenden Quellen nun auseinander. Und habt ihr eigentlich bemerkt, dass Gaia seit wenigen Jahrzehnten sogar in den Medien ist?

Die neue Welt in den Weiten des Alls. Foto von Pixabay von Pexels.

Die Genese der Himmel und Meere

Der Mythos (gemäß Hesiods Theogonie) besagt, dass Gaia (auch Ge genannt, altgriechisch Gaia bzw. Gi) aus dem Chaos entstand. Eine Gruppe namens Orphiker sahen allerdings in Hydros (Wasser) die Urgottheit, aus dem Gaia erst hervorging. Aus ihr entstanden der Himmel (Uranos), Pontos (griech. Πόντος für „Meer“) und die Gebirge. Unter ihr liegen die Tiefen der „Unterwelt“, derTartaros. Wie in der Geschichte von Jesus war dieser Akt „befruchtungsfrei“. Ein Mythograph namens Hyginus benannte die Eltern von Gaia als Aither (ähnlich dem Äther) und Hemera (griech. für „Tag“). Ein interessanter Zusammenhang, dass unsere Erde aus dem Tag und dem Äther hervorgegangen sein soll. 

Quell allen Lebens – Wasser. Photo by Andy Fitzsimon on Unsplash.

Im Deutschen ist Gaia auch als Gäa bekannt. Wahrscheinlich wurde deshalb und bezeichnenderweise im Jahre 1989 der Interessenverband für den biologischen Landbau Gäa gegründet.

100 Hände und Titanen

Noch interessanter ist der Fortgang der Geschichte, die Hesiod schrieb. Denn Gaia soll sie die Titanen, die Kyklopen und die Hekatoncheiren („Hekaton“ steht im griechischen für die Zahl 100 und „Cheiri“ für Hand), was soviel wie „die Hunderthändigen“ bedeutet. Zu den Titanen gehört auch Kronos, der die Handlung merklich prägt. Zudem ist die Beziehung zwischen Gaia und Uranos nicht ganz so harmonisch und Gaia gebiert im späteren Verlauf die Giganten. Es folgen zahlreiche Konflikte und Kämpfe. Diese Geschichte aus der griechischen Mythologie ist tatsächlich sehr lang und wurde von mehreren Geschichtsschreibern verfasst. Sie wurde bereits sehr gut recherchiert und zusammengefasst. Man kann sie z.B. hier nachlesen und natürlich hier auf Wikipedia.org. Aufgrund dessen verzichte ich darauf. Sehen wir uns stattdessen an, was mittlerweile aus Gaia geworden ist. 

Krieg der Elemente. Photo by Andrew Bertram on Unsplash.

Gaia’s moderne Zeiten

Schon in meiner Kindheit kam ich mit einer Reihe von Film- und Fernsehproduktionen im Zeichentrickformat in Berührung, die sich mit dem Thema Naturschutz und Ökosysteme befassen. Man könnte sie als „Ökomärchen“ bezeichnen, wobei ihnen dieser Begriff nicht gerecht wird. Als Kind war mein Bewusstsein noch nicht so weit um den Ernst des Themas und der Lage zu verstehen. Auch blieben mir der Handlungsbedarf und der sog. „Call to Action“ (auch „take home message“, zu deutsch: die Aktion, die es als nächstes zu tun gilt) verschlossen. Und so blieben es für mich sehr sehenswerte Produktionen. Anders heute: Sieht man sich heutzutage diese Produktionen an, mit einem erwachsenen Bewusstsein eines Erwachsenen und der Einzelne zu tun hat, um die natürlichen Ökosysteme zu schützen und natürliche Ressourcen zu bewahren. 

Die Genese der Pflanzen. Photo by 杨 昊 (@hellomarine) on Unsplash.

Nicht nur für Kinder …

Der Zeichentrickfilm „Ferngully“ macht das sehr gut deutlich. Darin werden Regenwälder abgeholzt und es kommt beim Raubbau zudem zu einer Ölkatastrophe (alles schon da gewesen). Die Regenwälder sind dabei nicht „nur“ Lebensräume der Pflanzen und Tiere (was an sich wichtig genug ist), sondern ebenso der „Naturelfen“. Am schönsten und eingängigsten in der deutschen Version ist der von Magi (wie engl. „magic“ nur ohne „c“) gesprochene Satz: „Alles Leben steckt in einem einzigen, winzigen Samenkorn“. Und wie recht sie damit hat. Aus einem Baumsamen kann ein Jahrhunderte alter Baum entstehen.  Hier der Filmausschnitt in englischer Sprache: 

Fünf Jugendliche & „Erd-Man“

In der Zeichentrickserie Captain Planet, aus den Jahren 1990 bis 1992, wird die Figur Gaia aus der Mythologie deckungsgleich als Frauenfigur in der Rolle der Mutter Erde dargestellt. Als solche steht sie für die Natur, die Ökosysteme, die Fauna und Flora. Das war mein erster Kontakt mit der Figur Gaia, an den ich mich im Detail erinnern kann. Danach kamen Real-Filmproduktionen die Gaia „lediglich“ als Planeten Erde bezeichnen und Ort der Natur und unserer Umwelt mit allen Tier-/ Pflanzenarten und anderen Lebewesen der Ökosysteme. Die erneute Darstellung als Gottheit oder Person kam nicht auf. Der wohl populärste Film zu Mutter Natur bzw. Mutter Erde ist Avatar. 

Zur Erklärung; die Figur des Captain Planet kann man sich als ihren Pressesprecher oder Personal Assistant vorstellen. Eine schöne Rollenverteilung; ein Mann setzt sich für Interessen einer Frau ein. So modern waren wir mal (halb-ironischer Kommentar der Autorin). Hier das Intro von ‚Captain Planet‘:

Tiere auf der Flucht

Etwas spezifischer erzählt die Zeichentrickserie ‚Als die Tiere den Wald verließen‚ (Verfilmung der Buchreihe von Colin Dann; engl. Original-Titel The Animals of Farthing Wood ) von der Umweltzerstörung aus der Perspektive der Tiere. Die Geschichte erzählt von verschiedensten Tieren aus Wald, Feld und Flur, die durch die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums durch den Menschen ihr Zuhause verlassen müssen und seitdem auf der Flucht sind. Fluch ist eine europäische Zeichentrickserie, die auf der Buchreihe von  basiert. Sie handelt t der Tiere.

Der Vorspann zur Serie ‚Als die Tiere den Wald verließen‘ auf Youtube.com

Eine neue Identität?

Das Neuzeit-Phänomen: In den vergangenen zwei Jahrzehnten tauchten die Begriffe Gaia und Mutter Erde vermehrt in den Medien auf und werden rezent im Rahmen von Filmproduktionen und Dokumentationsformaten vermehrt thematisiert. Beides hat sicherlich mit der aufgekommenen Diskussion zum Klimawandel zu tun. 

Der Erde Stimmen

Ironischerweise gehen heutzutage die Kinder und Jugendlichen auf die Straße, um sich für den Schutz von Klima und Natur einzusetzen. In ‚Captain Planet‘ waren es ebenfalls fünf Jugendliche. Warum? Sicher nicht, weil sie alle Ferngully und Avatar gesehen haben, sondern weil es die Erwachsenen nicht tun. In ‚Captain Planet‘ waren es ebenfalls fünf Jugendliche. Die Idee ist also nicht neu. Auch die Wissenschaft diskutiert ausgiebig über Gaia. Seid also gespannt auf die Fortsetzung dieses Beitrags.

„Gaia ain’t happy, and she needs you!“

Auch wir können etwas für die Erde tun. In jedem Moment. Hier noch ein Serienausschnitt von ‚Captain Planet‘, in dem Gaia in Erscheinung tritt:

Quellen

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